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Mein Weihnachtsbrief von 1984, Andrea Lintermann (Christuskirche Westercelle) gewidmet: Gottes Licht und Kraft bricht erneut in uns und durch uns. (47/2011)

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Von meinem 89 Jahre alten Vater ausgegraben, noch einmal gelesen, abgeschrieben in aktuelles Deutsch und Andrea gewidmet, unserer großartigen Hauskreisleiterin.

Gott ist überall. Über alle Länder dieser Erde fällt auch dieses Jahr sein Glanz. Seine Energie lässt uns leben und gibt uns neues Leben – jedes Jahr. Die Geburt des Christus wurde von unseren Vorvätern bewusst in die Zeit der Sonnenwende gelegt. Denn Gottes Sohn wendet die Zeit. Eine neue Welt beginnt. Die alte wird vergessen oder in den Geschichtsbüchern niedergeschrieben.

Geschichtsbücher werden für die Erwachsenen geschrieben, damit sie die Kriege der Vergangenheit nicht vergessen. Damit sie lernen, für den Frieden zu sorgen. Geschichten werden dagegen für Kinder geschrieben. Es gibt keine schönere als die Weihnachtsgeschichte. Ein Kind denk anders. Voller Vorfreude in die Zukunft hinein. Wenn Weihnachten zu Ende ist, dann leuchtet das nächste Fest schon ins Herz.

Mit der Geburt des Christus greift Gott nach den Herzen seiner Geschöpfe. Er lässt seinen Sohn durch eine Jungfrau zu uns kommen. Damit wir merken: Er ist im Spiel. Gott kommt nicht auf natürlichem Wege zu uns, sondern auf wunderbare Weise. Jesus wird zum Christus, weil Maria es so wollte. Aus einem Menschensohn wird ein Gottessohn. Jesus bricht mit der Vergangenheit, mit seinen leiblichen Eltern, wird ein Gotteskind und öffnet uns so den Weg zu Gott.

Christus hat einen neuen Vater und eine neue Mutter. Er wäre nicht zu uns gekommen, in den Norden der Welt, wäre das Evangelium zu Ende mit Karfreitag und Ostern. Himmelfahrt und Weihnachten mussten dazu kommen. Jeder Krieg zeigt den Menschen, dass Christus und Gott fern von uns sind. Der Heilige Geist aber lässt uns nach dem Frieden immer wieder von vorn anfangen.

Gott will uns durch Christus den Frieden bringen. Den Frieden mit Gott und der Welt. Durch die Weihnachtsgeschichte legt Gottes Wort in den Kindern der Welt sein Fundament. Ein Haus soll darauf wachsen. Die Kirche soll die Balken dafür setzen. Aber sie schafft es nicht. Aus dem Fest der Wiedergeburt ist eine Geschenkeweihnachten der Geschäftswelt geworden.

Wir Erwachsenen müssen mit unserer Kindheit brechen. So wie Jesus mit seinen leiblichen Eltern gebrochen hat. Wir müssen endlich lernen, dass Jesus älter als 30 Jahre war, als die Jungfrau Maria den Christus gebar. Das Neue Testament sagt uns ganz deutlich: Wenn du nicht von neuem geboren wirst, kannst du das Reich Gottes nicht erreichen.

Immer mehr Menschen merken: So wie bisher kann es nicht weitergehen. Wir müssen neu werden, wenn wir überleben wollen. Der Forschergeist des Menschen hat uns gezeigt, wie weit der Schöpfergott von uns entfernt ist. Vor über 16 Milliarden Jahren ließ er im Urknall alles werden (2011 denke ich anders darüber, wie das wohl war.). Wissenschaftler erhielten schon einen Nobelpreis dafür, dass sie das Geheimnis der ersten Sekunden enträtselten. Die Kinder lernen in der Schule, wie Gottes Evolution den Menschen schuf. Sie lernen, wie Kinder gezeugt werden. Aber sie lernen nicht, wie Gotteskinder geboren werden. Wie hat Maria aus Magdala das getan? Und was Josef aus Arimathia?

Wie wird aus einem Mensch ein Gotteskind? Durch Moralkunde sicherlich nicht. Da muss etwas geschehen. Vielleicht wie beim Elektron, das durch Energieaufnahme in eine höhere Bahn springt. Wir Menschen springen ja auch auf eine höhere Ebene, wenn wir in die Gotteswelt einbrechen. Gott zieht uns hinauf zu sich. Durch wen anders als durch den lebendigen Gott. Seitdem Maria Jesus in Gottes Welt schickte, ist Gott durch den Heiligen Geist auf neue Weise bei uns. Und in uns.

Das ist die Botschaft des Evangeliums. Dass der lebendige Gott in uns ist. Dass er sogar wieder lebendig werden kann, wenn er schon tot war. Das sagen wir bei jedem Glaubensbekenntnis; auch wenn wir es nicht wissen. Und wenn alle Menschen sagen: Gott ist tot. Es gibt gar keinen Gott. Dann sage ich: Er lebt in mir.

Für diese Aussage musste Jesus am Kreuz sterben. Seinen Jüngern hat er es zuerst nur verklausuliert gesagt. Und auch nur unter vier Augen. Er machte ihnen klar: Gott ist auch in euch lebendig. Und dass sie es allen Menschen sagen sollen: Gott will in Dir lebendig sein.

Ich könnte das heute nicht sagen, wenn Jesus von seinen leiblichen Eltern nicht seinen Namen bekommen hätte. Sie nannten ihn Jeschua, was Jahwe hilft heißt. Aus der Koseform Jeschu wurde dann unser Jesus. Wenn wir heute im Glaubensbekenntnis sagen: Ich glaube an Jesus Christus, geben wir damit zu erkennen: Wir glauben fest daran: In Jesus war der lebendige Gott aktiv. In voller Macht. Christus heißt auf deutsch der Bevollmächtigte.

Wir glauben aber auch an den Namen Jesus. Nämlich an den Helfenden Gott. Es fällt uns oft schwer, an den helfenden Gott zu glauben. In einer Welt des Hungers und der Kriege. Aber sind wir nicht selbst schuld? Wann haben wir zuletzt mit unserem Nachbarn über den helfenden Gott gesprochen? Wann haben wir zuletzt überlegt, wie Gott durch uns helfen kann? Denn Gott kann nur helfen, wenn wir es tun. Der allmächtige Schöpfergott ist 16 Milliarden Jahre von uns entfernt.

Aber sein Geist ist immer noch lebendig. Und der Name seines Sohnes wird in aller Welt angebetet. Aber beten allein hilft nicht. Ora et labora sagten die Lateiner. Bete und arbeite. Hole dir durch das Gebet, das Nachdenken, Gottes Kraft in dein Herz und arbeite dann mit ihm. Mit ihm kannst du Berge versetzen. Die Welt verändern.

Unsere Welt muss verändert werden. Sie darf nicht bleiben, wie sie ist. Solange Kinder hungern, können Gotteskinder nicht ruhen. Das kann nicht Gottes Wille sein: Der eine Mensch verschwendet sein Vermögen, während der andere mit zusehen muss, wie sein Kind vor Hunger stirbt. Wenn der Verschwender nicht freiwillig abgibt, wird der Krieg es ihm nehmen.

Politiker haben gelernt, den Menschen durch Steuern und Sozialabgaben den Überfluss zu nehmen. Sie geben dann denen, die es notwendig brauchen. Nur wenige Menschen wissen: Dieses Teilen ist die Ursache unseres Wohlstandes. So fließt das Geld ohne Umwege über Banken und Sparkassen zu den Unternehmern. Die Arbeitgeber haben deshalb Gewinne, die sie neu investieren. So wird der Wohlstand noch größer.

Wir müssen den Menschen in den Hungerländern den Hunger stillen. Wenn wir ihnen aber nicht beibringen, wie unser Wohlstand entsteht, ist unsere Hilfe umsonst. Sogar schädlich. Denn dann sterben die Kinder noch einmal. Oder deren Kinder. Unser Wirtschaftswunder darf nicht länger ein Wunder sein. Sondern die Folge eines Wirtschaftsgesetzes. Unsere soziale Marktwirtschaft ist die praktische Anwendung der Lehren Jesu. In Jesu Geschichte von den anvertrauten Pfunden nimmt der Herr dem, der seine Pfunde vergräbt.

Heute wird das Geld bei den Banken vergraben. Jesus fordert uns auf, die Hälfte von dem, was wir über haben – symbolisch wird vom Mantel gesprochen, den man über hat – mit den Armen zu teilen. Würden wir es tun, gäbe es keine Arbeitslosigkeit. Jesus hat keine Wirtschaftswissenschaften studiert. Und doch weiß er mehr als alle Wissenschaftler und Politiker zusammen. Er lehrt uns: Gebt den Armen. Dann wird Gott euch reich machen.

Gott hat die Menschen so frei werden lassen, dass sie auch falsch über ihn denken können. Dass man zum Beispiel arm werden muss, wenn man zu ihm kommen will. Gott will aber: Wir sollen so reich werden, damit wie den Armen abgeben können. Wer arm ist, kann nur noch Worte abgeben. Auch Neid, Hass und Terror. Gott will, dass wir uns wohlfühlen. Ohne Angst leben. Damit wir anderen unseren Frieden geben können.

Frieden. Alle Welt redet vom Frieden. Der Friede kommt aber erst dann zu uns, wenn wir um Gottes Hilfe bitten. Wenn wir mit Gottes Kraft Berge versetzen können, dann wird es uns mit seiner Hilfe auch gelingen, die Berge von Hass und Hunger und all die Tränenseen Vergangenheit werden zu lassen.

Wir können der Welt den Frieden geben. Den Frieden nicht nur ohne Krieg. Noch ist Krieg überall. Der Krieg gegen die Wälder, gegen die Ungeborenen, der Wirtschaftskrieg. Und überall herrscht der Krieg in den Familien. Vater gegen Mutter, Tochter gegen Sohn. Und unerbittlich tobt der Krieg zwischen den Generationen. Da geben Eltern ihren Kindern alles, was sie haben wollen. Aber das, was sie am dringendsten brauchen; nämlich das Gefühl, für sie wichtig zu sein, geben sie ihnen nicht.

Jeder Mensch will glücklich sein und gesund. Am unglücklichsten ist er, wenn er nicht beachtet wird. Wenn er das Gefühl hat, für all die anderen Menschen unwichtig zu sein. Wenn die Kinder in den Familien merken: Ihre Eltern brauchen ihre Hilfe nicht. Sie haben das Gefühl: Ich bin meinen Eltern ein Klotz am Bein. Da wird sich über ihnen ein Schuldenturm anhäufen, der sie am Ende verschüttet und erstickt.

Die Kinderarbeit wurde bei uns in Deutschland zuerst weg rationalisiert. Früher haben die Kinder mehr im Haushalt mithelfen müssen. Das Bürgerliche Gesetzbuch fordert es sogar von ihnen. Da wurde die Kohle aus dem Keller geholt, das Feuer angezündet, das Geschirr abgewaschen und abgetrocknet. Und am Sonnabend Vaters Auto gewaschen. Heute muss er damit durch die Waschanlage.

Das Auto ist für viele Menschen zum Gott geworden. Ein Gott, der verletzt und tötet. Menschen und Wälder. Der helfende Gott hat die Menschen frei geschaffen. Die Sucht nach Freiheit aber lässt viele so unfrei werden. Ganze Völker leben in großer Freiheit. Und doch sind sie unfrei. Sie leben in Angst und Schrecken. Ihr Leben hängt an einem seidenen Faden. Geschützt durch Raketen des Todes.

Der Präsident der Vereinigten Staaten hat eingesehen: Eltern und Kinder können im Gefühl des Schreckens nicht gesund leben. Neue Strahlenwaffen sollen die Atomraketen von der Erde verdrängen. Strahlenwaffen, so stark, dass von der Erde aus Löcher in den Mond gebrannt werden können. Auf den Meter genau. Eine neue wissenschaftliche Revolution kommt auf uns zu. Das Geheimnis der Schwerkraft wird enthüllt.

Die Schwerkraft umgibt uns und geht durch uns, wie Gott uns umgibt. Wir leben mit ihr und von ihr. Sie holt uns immer wieder auf die Erde zurück, wenn wir hüpfen. In Zukunft wird sie die Wohnungen heizen, Autos antreiben und bremsen. Niemand mehr wird durch ein Auto sterben. Energie wird so billig sein wie die Musik aus dem Radio. Der saure Regen wird nicht wiederkommen und noch in tausend Jahren wird der Tannenbaum im Weihnachtszimmer stehen. Die Lichter werden glänzen und die Eltern ihren Kindern die Weihnachtsgeschichte erzählen. Die Augen werden strahlen im Glanz des lebendigen Gottes. Jesus, Maria und Josef sei Dank.

Frohe Weihnachten 1984

Bis 2011 sind seitdem 27 Jahre vergangen. Bin mit der Energie der Zukunft nur wie eine Schnecke vorwärts gekommen. Seit ein paar Monaten komme ich mit dem Internet vorwärts wie ein Blitz. Die Reichen werden um ihr Geld zittern und den Armen wird entsalztes Meerwasser die Berge hoch gepumpt. Es soll kein Kind mehr hungern.


Aug 20, 02:24

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Kommentare

  1. Lieber Hans-Jürgen,
    gelesen habe ich deinen Weihnachtsbrief. Viele Gedanken sind gut.
    Der Brief ist aber so voll mit Anregungen und Gedanken, dass ich dazu noch keinen Kommentar abgeben kann.
    Ich fahre jetzt erstmal nach Krelingen für 1 Woche.
    Liebe Grüsse, auch an Gisela
    Andrea

    — Andrea · Aug 27, 18:41 · #

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