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Lieber Albert, natürlich hat der Mensch Gott geschaffen; und nicht umgekehrt. (80/2012)

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Im Alten Testament erschafft Gott den Menschen allein durch sein Wort. Vier tausend Jahre später sind wir etwas klüger und wissen, was Evolution ist.

Wir wissen heute mehr als vor viertausend Jahren. Als wir beide vor fast 50 Jahren Abitur machten, waren wir drei Prozent eines Jahrgangs. Das reichte damals für Ärzte, Apotheker, Pastoren und Professoren. Damals war das KAV (Kaiserin Augusta Viktoria) in unserem lieben Celle ein Gymnasium, an das nur Mädchen durften. Das ist Vergangenheit. Ich denke dabei an meine eigene Naivität. Nachdem ich mit meiner Jugendliebe Pastorentochter Wiltrud nach der Konfirmation getanzt hatte, dachte ich: Der liebe Gott wird schon dafür sorgen, dass wir verheiratet einmal Kinder bekommen.

Das Schicksal hat anders entschieden. Heute machen 57 % der Mädchen eines Jahrgangs Abitur und nur 44 % der Jungen. Vor 200 Jahren lebten 90 % der Menschen in Bauernfamilien. Seit 20 Jahren gibt es nun in Deutschland mehr Ärzte als Landwirte. Ein Landwirt ernährt bei uns mehr als 100 Menschen. Dass in unserer Welt so viele Kinder verhungern, liegt an der menschlichen Dummheit. Bald haben wir mehr Blumenverkäuferinnen als Landwirte. Was für ein schöner Traum der Technik-Entwicklung.

Es fing mit dem Pflug an. Erst zog ein Ochse ihn, in unserer Kindheit noch das Pferd. Im 2. Weltkrieg starben mehr Pferde als deutsche Soldaten. Wenn der Hunger drohte, wurde eins geschlachtet. Alle alten Germanen drehten sich dabei im Grab um sich selbst. Wir haben uns nun an die Traktoren gewöhnt, die mit Diesel statt Haver zufrieden sind. Die Zukunft kommt immer näher. Bald fahren unsere Autos mit Magnetmotoren, angetrieben von Gottes Neutrinos. Ich will 10 Jahren mit einem Elektroflugzeug in den Winter-Kanaren-Urlaub fliegen. Eigentlich hätten das seit 1950 mit dem Celler Magnetmotor alle tun können. Die Politik-, Energie- und Geld-Mafia wollte das aber nicht. Atom-Bomben und -Strom schienen wichtiger.

Da sind wir wieder einmal bei Gott. In der Religions-Lehrer-Ausbildung nach meinem VWL- und Pädagogik-Studium lernte ich von einer Pastorin: “Abraham dachte sich vor ca. 4 000 Jahren unseren Gott aus, der für uns da ist, genannt Jahwe. Wenn er mit seinen Schafen unterwegs war, beobachtete er die Militärstrategie der Ägypter und Babylonier. Die trugen ihre Götzenbilder im Krieg vorneweg, wenn sie in den Krieg zogen. Unsere Väter machten das mit Hakenkreuzfahnen und unsere Großväter mit Koppelschlössern (Metalldinger, mit denen Männer die Hose zugebunden haben.) auf denen stand: “Gott mit uns.” Bei den Franzosen stand im 1. Weltkrieg drauf: “Dieu avec nous.”“

Was für ein Wahnsinn. Gestern noch bombten sich Israelis und Palästinenser die Köpfe ein. Die einen glauben daran, dass Jahwe ihnen ihr Land geschenkt hat und die anderen daran, dass Allah durch Mohammed ihnen erlaubt, den Ungläubigen im Krieg die Köpfe abzuschneiden. Deshalb sollten wir jedem deutschen Verteidigungsminister verbieten, das Wort Krieg in den Mund zu nehmen. In Afghanistan machten die deutschen Feldjäger (militärische Polizisten) die beste Arbeit. Nach dem Abitur 1966 musste ich beim Bund noch zwei Jahre lernen: “Der Feind muss vernichtet werden.” In meiner Kindheit hatte ich gelernt: “Die Polizei, dein Freund und Helfer.”

Deshalb meine politische Forderung: “Unsere Bundeswehr muss zur Unterabteilung der Bundespolizei im Bundesinnenministerium werden.” Deutschland ist nach dem Mauerfall nur noch von Freunden umzingelt. Unsere Bundeswehr ist reine Geldverschwendung. In der EU, die einstimmig beschließen muss, kämpfen die kleinen Staaten um jeden deutschen Euro. Es standen vor dem Mauerfall einmal über 500 000 westdeutsche und fast gleich viele amerikanische, englische und französische Soldaten ähnlich vielen ostdeutschen und russischen Soldaten gegenüber. Was für ein volkswirtschaftlicher Wahnsinn; damals. Die Russen glaubten an ihren Kommunismus und die Amerikaner an ihren Kapitalismus. Bald muss die USA wegen Staatsbankrott wie in Griechenland ihre Flugzeugträger an China verkaufen.

Inzwischen sind wir Europäer vernünftiger geworden. Nun versuchen wir Christen, Muslimen den Wahnsinn auszureden. Mit der Bibel in der Hand wird uns das nicht gelingen. Juden waren so klug, alle 500 Jahre ihre Bibel an den neuesten wissenschaftlichen Stand anzupassen. Deshalb steht im Alten Testament immer noch: Gott hat den Menschen zweimal geschaffen. Einmal zugleich aus Ton Mann und Frau zugleich und dann noch einmal Eva aus der Rippe von Adam. Wir wissen das heute mit der Evolution etwas besser. Aber was wissen die Menschen in zweitausend Jahren über unsere unsterbliche Seele und das Jenseits?

Lieber Albert, können wir uns darauf einigen, dass es auch noch in tausend Jahren Physik- und Friedens-Nobelpreis gibt?


Nov 23, 05:08

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