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Geld regiert die Welt, aber wie? (33/2011)

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Fast alle wissen das: “Geld regiert die Welt!” Können wir in Deutschland, wir alle auf der Welt das ändern?

Schön wäre ja, wenn Gott unsere Welt regieren würde. Die meisten Kinder dürfen das glauben. Wir Erwachsenen sollten so klug sein und da skeptisch reagieren. Ich kann mir gut vorstellen, dass Gott im Jenseits regiert. Aber auf unserer Erde? Da regieren egoistische menschliche Gruppen mit viel Macht und Geld. Wenn wir in Deutschland zur Wahl gehen, hat jeder Mensch eine Stimme. Was können wir damit erreichen? Die Menschen in der DDR haben 40 Jahre daran gearbeitet, dass sie zwischen mehreren Parteien frei wählen durften.

In Ägypten können wir gerade beobachten, wie wichtig es ist, dass wir in Deutschland ein freiheitliches Grundgesetz haben und dass unsere Politiker ständig mit der Abwahl rechnen müssen. Unsere Parteien müssen ständig um unser Wohl besorgt sein. Kleinen Parteien droht die 5 %-Hürde den Untergang. Den großen alten Parteien sind die kleineren Parteien ständig im Nacken. Wer hätte vor 30 Jahren ahnen können, dass meine SPD einmal fürchten muss, von den Grünen eingeholt zu werden.

Manche Politiker neigen dazu, sich zu überschätzen, zum Traumtänzer zu werden. Oft ist das so, dass die besten Redner gewählt werden. Wenn das Schauspieler sind, die sich gut Texte merken können, besteht die Gefahr, dass sie in eine Sackgasse laufen. Denn das Wichtigste in der Politik ist die Sachlogik. Denn Gefahren können nicht weg gebetet werden. Unsere Demokratie lebt davon, dass schon Kinder in der Schule ihren Klassensprecher frei wählen dürfen. Mit einigermaßen Menschenkenntnis wählen sie jemanden, dem sie vertrauen können. Der sich beim Lehrer für sie einsetzt.

Kinder merken schnell, welche Bedeutung das Geld hat. Eltern mit Hochschulbildung fangen sehr früh mit der Förderung ihrer Kinder an; auch deren Großeltern. Und wenn die Eltern einmal keine Zeit haben, können sie ohne Probleme die Nachhilfe finanzieren. Das Gratis-Gymnasium ist für uns selbstverständlich geworden. Als die Staatskassen nach dem zweiten Weltkrieg noch voll waren, gab es in allen Bundesländern auch das Gratis-Studium. Nur das Zimmer mussten die Eltern bezahlen. Jetzt überlegen kluge Politiker, was wichtiger ist? Der Gratis-Kindergarten oder das Gratis-Studium! Auch Kinder wissen schon: Das Taschengeld kann ich nur einmal ausgeben.

Jugendliche wissen schon: Beim Geld hört die Freundschaft auf. Dass unsere Oberpolitiker die Probleme Arbeitslosigkeit und Armut nicht in den Griff bekommen, liegt daran: Die meisten Menschen wissen nicht, dass es immer gleich viele Schulden gibt, als es Geld gibt. Das wissen auch die meisten studierten Ökonomen nicht: Jede €-Banknote ist ein Schuldschein der Europäischen Zentralbank. Die sind so sicher, dass jedermann gerne dafür arbeitet. Die deutschen Staatsschulden von Bund, Ländern und Kommunen betragen über 1,7 Billionen €. Wäre China bereit, Deutschland zu kaufen und unsere Schulden mit zu übernehmen?

Dumme Politiker sind dieser Meinung: “Die Staatsschulden sind eine Belastung der zukünftigen Generationen.” Die Wahrheit ist: Die Zinsen müssen doch heute bezahlt werden. Wir Wähler könnten doch fordern: “Alle in Deutschland müssen die Hälfte ihrer gesparten Gelder dem Staat zinsfrei ausleihen.” Dann könnten die Staatsschuldzinsen für Kindergärten, Schulen, Universitäten, Krankenhäuser und Altersheime oder dreifaches Kindergeld ausgegeben werden. Ein schöner Traum, der sofort zerplatzt. Denn wenn das Wirklichkeit werden würde, wäre am nächsten Tag das gesamte Banksystem bankrott.

Warum stand das noch niemals in einer Zeitung? Wenn ein Redakteur das wagen würde, würde der Verleger am nächsten Tag den Anruf eines Bankdirektors bekommen: “Wollen Sie keine Anzeigen mehr von uns?” So regiert das Geld die Welt. Unsere Politiker haben nun endlich eine Schuldenbremse beschlossen. Aber bevor die gültig wird, machen sie noch ordentlich weiter Schulden. Die müssen uns doch endlich die Wahrheit über unser Geld sagen! Spart nicht so viel Geld! Damit nötigt ihr die Banken, jemanden zu finden, der sich verschuldet. Wenn ihr weniger Arbeitslose und Hartz IV-Empfänger haben wollt, gebt bitte etwas mehr Geld aus. Der Euro muss besser rollen.

Wir Wähler müssen doch nicht dumm bleiben. Wozu schicken wir unsere Kinder in die Schule? Warum geben wir so viel Steuergeld für die Universitäten aus, wenn dort fast nur Fachidioten ausgebildet werden? Glücklicherweise haben wir das Internet. Unsere Universitäten handeln immer noch so so, als wären wir Analphabeten. Studenten können doch lesen. Sie müssen nicht im Hörsaal still zuhören und sich Notizen machen. Professoren können doch auch schreiben. Meine Universität im Internet hat mich nur 2 000 € gekostet. Jeder Professor könnte sich die auch leisten, weil sie gut bezahlt werden. Es müssen heute keine Bücher mehr voll geschrieben werden. Viele Professoren nutzen das gern als Nebenerwerb und kitzeln damit ihr Ego.

Die Universität der Zukunft sollte so aussehen, dass dort nur noch geprüft wird. Studenten sollten wissen, welche Fragen in den Klausuren auf sie zukommen. Wer ein sehr gutes Examen haben möchte, sollte sich dann individuelle Antworten ausdenken, vielleicht auch Gegenfragen. Wir können die Gegenwartsprobleme doch nur lösen, wenn das alte Wissen hinterfragt wird. Wissenschaftliches Arbeiten ist heutzutage fast nur noch korrektes Zitieren. Aus 20 Büchern wird das 21. gemacht. Im Wort Wissenschaft stecken aber die Wörter “Wissen” und “schaffen” drin. Damit ist gemeint, dass neues Wissen produziert wird.

Wenn man “Geld regiert die Welt” googelt, stößt man auf tausende Zitate. Ich bin gespannt, wo die Suchmaschinen meinen Artikel “Geld regiert die Welt, aber wie?” in wenigen Tagen einsortieren. Lexika im Internet gibt es genug. Mein nächster Artikel wird wohl lauten: “Wie können Arbeitslosigkeit und Armut reduziert werden?” Suchmaschinen lieben solche kurzen logischen Überschriften.


Feb 7, 20:04

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Kommentare

  1. Betr.: Ihr Brief an BP 0,1% Finanzsteuer

    Sehr geehrter Herr Alers,
    1. Fakt weltweites Bruttosozialprodukt 2009 ca.
    USD 65.000.000.000.000,- 65 Billionen
    2. weltweit Börsenumsatz
    USD 633.000.000.000.000,- 633 Billion
    3. UN-Steuer auf Börsenumsätze 0,1% = USD 633.000.000.000 633 Milliarden
    4. Halbierung der weltweiten Rüstungsausgaben
    = Lösung aller weltweiten Probleme bei Inestition dieser Mittel in die Hilfe zur Selbsthilfe

    Doch die Gewohnheiten der Menschen wie Gier, Neid, Missgunst, UNEINSICHTIGKEIT, Kurzsichtigkeit, (da hilft auch kein Fielmann!) Habgier etc. sind eine Hürde, die uns alle angeht, fordert an dieser zu wachsen und zu nehmen.

    Ich bitte darum meine Überlegung mit in den Kreis der Querdenker und in angehende Querdenkerkreise zu tragen.

    Frage: sind Bilderberger auch eine Gewohnheit?

    namaste Wolf W. Henrichs, Hürth, 0163 3436200

    — Henrichs · Aug 27, 11:23 · #

  2. Vielen Dank für die Sicht auf unser desolates Politiksystem. Inzwischen kommen täglich Meldungen, die uns zeigen, wie delitantisch wir geführt werden.
    Es geht den Politikern nicht mehr um das Wohl des Volkes sondern nur noch um das der Konzerne.
    Eine Aussage von Ihnen ist übrigens falsch:
    Wir wählen Politiker nicht ab. Nach einer Wahl sitzen zum größten Teil immer noch dieselben Unfähigen im Bundestag und nicken unwissend die von Lobbyisten formulierten und den EU-Kommissaren diktierten Gesetze durch.
    Anstatt gemeinsam nach Lösungen zu streben, hacken die Politiker aufeinanderrum und vergeuden so 50% ihrer Arbeitszeit.
    Es gibt also noch viel zu verbessern. Aber möglichst bald, damit dieser Faschismus (Geld regiert die Welt) nicht noch stärker um sich greift …
    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Martin Bartonitz

    Dr. Martin Bartonitz · Mär 20, 21:09 · #

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