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Der Maastricht-Fehler "60 % Staatsschuldenstand vom BIP" muss korrigiert werden. (58/2012)

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Nur wenige Menschen verstehen, was BIP ist. Die EURO-Schuldengrenze muss an die Summe der nationalen Geldersparnisse gebunden werden. 60 % sind in Ordnung. 40 % für Unternehmen und privaten Haushalte sind erträglich.

Wir Menschen lieben das Geld. Und die Schulden sollen die anderen haben. Jeder normale Kriminelle leugnet vor Gericht seine Schuld. Und der staatlich finanzierte Pflichtverteidiger hilft ihm dabei auch noch. Die meisten Menschen in Deutschland leiden mit dem griechischen Volk. Der EURO hat die griechischen Politiker verführt, Wahlgeschenke auf Kredit zu versprechen.

Auch in Deutschland gibt es Politiker, die an ihre Goldesel glauben. Bei denen hinten Goldmünzen raus kommen. Zu unserem Glück lebt die FDP demnächst nur noch im Europa-Parlament mit 1 % weiter. Nach der Wahl hätten die Oberpolitiker gern ein Ergebnis von 150 %. Dann hätte keine Partei verloren. Das wissen aber alle Kinder: Eine ganze Torte kann man nur einmal aufschneiden. Und wenn sie aufgegessen ist, ist sie weg.

Mit Geld und Schulden ist das ganz anders. Wir Bundesbürger hatten im letzten Quartal nach dem Bundesbankbericht 3,5 Billionen € auf der Hohen Kante. Nach Adam Riese oder Soll und Haben mussten wir alle zusammen auch 3,5 Bio. € Schulden haben. Davon sind gut 2 Billionen € deutsche Staatsschulden. Man stelle sich einmal vor, die Ärmsten in Deutschland hätten diese Schulden. Was wäre das für ein Kindergejammer!

Wie kann man sich zwei Billionen € deutsche Staatsschulden vorstellen? Am besten, jeder Familienvater holt nächsten Monat 500 € Haushaltsgeld in 5 €-Banknoten von der Sparkasse. Und lässt die Kinder mit dem Zollstock messen, wie dick das Geld-Bündel ist. Ein Zentimeter. Da heute alle Kinder einen Taschenrechner haben, können sie schnell ausrechnen, wie viel Geld ein Meter ist; ein Kilometer und 40 000 km. Da sind wir beim Erdumfang. Das war eine Idee von Napoleon. Seine Meter-Kommission hat das Meter so lange korrigiert, bis es 40 Millionenmal um unsere Erde passte. Französische Schüler sollten sich den Erdumfang leicht merken können.

Also: Die deutschen Staatsschulden in Höhe von zwei Billionen € passen als 5 €-Stapel einmal um unsere Erde. Ist das schlimm? Viele Politiker machen damit Wählern Angst. Sie vergessen dabei total: Daneben steht der gleich hohe Geldstapel, der irgendwann vererbt wird. Was läuft bei uns in Deutschland falsch? Die Staatsschulden kosten uns Steuerzahler natürlich Staatsschuldzinsen. 2008 waren das 68 Milliarden €.

Wieder eine Zahl mit sehr vielen Nullen. Die muss übersetzt werden, damit Kinder sie verstehen können. 2007 betrug die Summe aller Kindergelder 33,7 Milliarden €. Dazu muss gesagt werden: Staatsschuldzinsen sind eine Subvention an die Verursacher von Millionen-Arbeitslosigkeit und -Armut. Das ist doch klar, oder: Mit unserem Geld können wir nur zwei Dinge tun, es ausgeben oder sparen.

Wenn wir es ausgeben, werden daraus Nachfrage, Arbeitsplätze, Gewinne und Investitionen. Wenn wir es sparen, werden daraus Schulden, Konkurse und Arbeitslose. Jedenfalls in der Tendenz. Wir könnten uns ja auch vorstellen: Die Reichen zahlen so viele Finanztransaktions-, Erbschafts-, Vermögens- und Zinssteuern, dass damit die Staatsschuldzinsen bezahlt werden können. Dann wären die Staatsschulden das geringste Problem in Deutschland.

Was hat das mit dem EURO und Griechenland zu tun? Wer in Deutschland im eigenen Haus wohnt, muss Grundsteuer bezahlen. Das ist die Vermögenssteuer der Kommunen. In Griechenland ist das so: Dort muss die Grundsteuer erst bezahlt werden, wenn das Haus fertig ist. Also ziehen die Griechen lieber in ein unverputztes Haus. Und hoffen darauf, dass das Finanzamt weiter gut schläft.

In Deutschland wurde die Vermögenssteuer unter Kanzler Kohl ausgesetzt, weil die Millionäre Verbündete im Bundesverfassungsgericht gefunden hatten. Die unterschiedliche Besteuerung von Geld-, Aktien- und Immobilien-Vermögen sei ungerecht. Dabei sollte doch jedem Kind klar sein: Aktien- und Immobilien-Vermögen ist ungefährlich, weil es Arbeitsplätze sichert. Die Gefahr geht vom Geldvermögen aus. Es ist in Deutschland wie im Märchen von des Königs neuen Kleidern. Die obersten Verfassungsrichter sind auf Leute reingefallen, die Goldfäden spinnen können, die nur die klügsten Menschen sehen können.

Zurück zu Griechenland. Die Menschen dort sollten den € bekommen, weil die Griechen die Demokratie erfunden haben. Nicht das Geld regiert die Welt. Sondern die Bürger bestimmen die Richtlinien der Politik. Die Idee des € war: Es muss bei den Staatsschulden eine Grenze geben. Dafür gibt es Volkswirte. Die haben sich das BIP ausgedacht, das Brutto-Inlands-Produkt. Das ist die Summe all dessen, was die Bürger in einem Jahr erarbeiten.

Das Problem ist aber: Volkswirte können sich Billionen-Zahlen vorstellen. Politiker und Wähler haben aber damit ihre Probleme. Darum mein Vorschlag: Die Grenze der Staatsverschuldung in den €-Ländern sollte nicht an das BIP, sondern an die Summe der nationalen Geldersparnisse gebunden werden. Derzeit betragen die deutschen Staatsschulden ca. 80 % des BIP. In Relation zu den Geldersparnissen sind es nur nur ca. 60 %. Es bleiben also 40 % für Unternehmen und private Haushalte übrig. Das ist vernünftig. Siehe oben: Wir Menschen lieben das Geld. Die Schulden sollen die anderen haben.

Die zweite große Koalition hat die Schuldenbremse wieder ins Grundgesetz geschrieben. Die erste große Koalition unter Kiesinger/Brandt/Schmidt/Schiller hatte sie rausgestrichen. Mit dem Argument, mit Staatsschulden könne man die Konjunktur glätten. Beschlossen ist also: Demnächst darf Deutschland keine neue Schulden mehr machen. Zu beantworten ist aber diese Frage: Wer soll demnächst verschuldet werden, wenn wir in Deutschland weiterhin 11 statt 6 % Sparquote haben?

Die europäischen Banker haben das zu viel gesparte europäische Geld griechischen Politikern ausgeliehen. Die haben ihr Volk weit über die 100 %-Grenze vom BIP verschuldet. Wenn die EURO-Schuldengrenze bei 60 % der griechischen Geld-Ersparnisse läge, hätte das griechische Volk die eigene Verschuldung nicht verschlafen. Es hätte ihre Politiker rechtzeitig zum Teufel gejagt.

Ich hoffe, Sie verstehen nun den langen Text. Sie können natürlich auch teure Bücher von Fachidioten lesen. Mir ist sehr wichtig: Sie verstehen nun: Es gibt immer gleich viele Schulden wie es Geld gibt. Das ist wie mit der Medizin: Es kommt auf die Dosis an. Und: Es muss gerechter zugehen in Deutschland: Starke Schultern müssen mehr tragen als schwache Schultern.


Jan 25, 06:43

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Kommentare

  1. Eine bessere Ideee wäre die Abschaffung des Schuldgeldes mit samt den Zentralbanken.

    Beispiel Lybien:
    Dort gab es keine Zentralbank die von der BIZ abhängig war. Ein Liter Benzin kostete 0,08 €, Kredite wurden zinslos vergeben (so auch Hypotheken), Studenten
    bekamen auf Antrag ein Stipendium, das nicht rückzahlbar war. Mieten wurden durch Öl – Einnahmen subventioniert, ein 35 Jahre währendes Wasserprojekt stand kurz vor dem Abschluss.
    Diese Diktatur musste weg gebombt werden.
    Auf dem Wege zur Demokratie mag sich heute jeder selbst die “wirtschaftliche Entwicklung” in Lybien betrachten. Fakten und Tatsachen sprehen eine deutliche Sprache.

    — Gerd Matthes · Feb 12, 19:25 · #

  2. Gerd Matthes hat nicht daran gedacht, dass sich Lybien ohne die Öl-Einnahmen die Gaddafi-Träume nicht hätte leisten können. Mit den Neutrino-Magnet-Motoren werden die Öl-Staaten wieder sehr arm. Im Islam ist der Zins verboten. Die Folge: Korruption. Da ist mir unsere westliche Zins-Demokratie lieber. Mit Ausnahme der CIA-Drogengeschäfte und der Sprengung von vier WTC-Gebäuden. Die USA sind ähnlich hoch verschuldet wie Griechenland. China hat die USA als Kreditgeber für die letzten Kriege voll im Griff. Die 99 %-Partei tritt in den USA wohl 2012 noch nicht an. Aber zur nächsten Europawahl. Dort gilt nämlich nicht die 5 %-Klausel. Die alten Parteien werden sich noch wundern.

    Hans-Jürgen Ahlers · Feb 14, 03:12 · #

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