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Chance auf Arbeit in den 16 Bundesländern im September 2011 (53/2011)

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Die Höhe der Arbeitslosigkeit richtet sich nicht nach den Lohnnebenkosten sondern nach den Gewinnen. Die bestimmen die Zahl der offenen Stellen. Und die dann die Zahl der Arbeit-Suchenden bzw. Arbeitslosen und Hartz IV-Empfänger.

Die Probleme Arbeitslosigkeit und Armut können nur gelöst werden, wenn Wirtschaftstheorie und Politik erkennen: Es muss mehr offene Stellen als Arbeit-Suchende geben. Meine statistische Zahl “Chance auf Arbeit” ist der Quotient aus Arbeitslosen und offenen Arbeitsstellen. Also: Wie viele Arbeitslose müssen sich um eine offene Arbeitsstelle streiten? Diese Zahl ist in den 176 Arbeitsagenturen, den 16 Bundesländern, Deutschland-West und Deutschland-Ost sehr unterschiedlich, (“siehe BA-Statistik”: http://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Statistik-nach-Regionen/BA-Gebietsstruktur-Nav.html?year_month=201109). Einmal im Jahr, Anfang Oktober, mache ich mir die Mühe und sortiere die Bundesländer in einer Rangordnung von 1 bis 16. Das Bundesland mit den besten Arbeits-Chancen kommt auf den 1. Platz. Bei den Bundesländern nenne ich nur drei Arbeitsagenturen, zuerst jene mit den besten Chancen, dann eine der größten Städte und zuletzt die Agentur mit den schlechtesten Chancen. Ich erhoffe mir davon ein Umdenken von Wirtschaftstheorie und Politik. Es muss darüber diskutiert werden: Wie kann die Zahl der offenen Stellen so hoch gehalten werden, dass die Arbeitslosigkeit stark sinken kann. Denn es ist logisch: Die Arbeitsagenturen können doch Arbeitslose nur in die offenen Arbeitsstellen vermitteln, die es gibt.

Oberstes politisches Ziel muss sein: Eine Zeitreise in das Jahr 1973. Damals, in meinem letzten VWL-Studienjahr, gab es im kalten Februar 569 968 offene Stellen für nur 347 053 Arbeitslose. Logisch: Weil es durchschnittlich in Westdeutschland 1,6 offene Stellen für einen Arbeitslosen gab, betrug die Arbeitslosenquote damals nur 1,6 Prozent. Das war meistens nur Übergangs-Arbeitslosigkeit durch eigene Kündigung und ich hatte drei Tage nach dem Studium gut bezahlte Arbeit. Die Rangordnung der von mir berechneten “Chance auf Arbeit” verändert sich von Jahr zu Jahr; seit 2001. Dieses Jahr ist Thüringen stark auf den 8. Platz aufgestiegen, vor den West-Ländern Nordrhein-Westfalen (9. Platz) und Schleswig-Holstein (Platz 10.)

Rang Bundesland Arbeit-Suchende offene Stellen Chance auf Arbeit Arbeitslosenquote in %
1. Baden-Württemberg 215 938 79 578 2,7 3,9
  Schwäbisch-Hall 4 905 2 668 1,8 3,0
  Stuttgart 22 658 8 454 2,7 4,6
  Reutlingen 9 733 2 224 4,4 3,8
2. Bayern 230 513 72 849 3,2 3,4
  Freising 3 118 2 254 1,4 1,9
  München 48 809 10 054 4,9 4,0
  Weiden 4 840 950 5,1 4,5
3. Hamburg 68 495 16 542 4,1 7,4
4. Hessen 173 526 41 357 4,2 5,6
  Fulda 4 054 1 594 2,5 3,6
  Frankfurt a.M. 40 061 13 988 2,9 5,9
  Offenbach 12 690 1 450 8,8 7,2
5. Rheinland-Pfalz 102 624 23 518 4,4 4,9
  Trier 9 297 3 248 2,9 3,5
  Mainz 16 109 4 985 3,2 5,0
  Kaiserslautern 11 620 1 488 7,8 6,3
6. Saarland 32 838 6 846 4,8 6,4
  Saarlouis 7 967 1 505 5,3 5,1
  Saarbrücken 16 464 3 118 5,3 8,1
  Neunkirchen 8 407 1 605 5,2 5,5
7. Niedersachsen 257 182 49 075 5,2 6,4
  Nordhorn 5 852 2 693 2,2 3,3
  Hannover 39 034 5 669 6,9 9,2
  Stade 11 489 1 418 8,1 5,9
8. Thüringen 94 586 15 001 6,3 8,1
  Suhl 13 721 2 999 4,6 6,0
  Erfurt 22 682 3 539 6,4 9,0
  Altenburg 5 699 394 14,5 11,3
9. Nordrhein-Westfalen 704 898 106 289 6,6 7,8
  Rheine 10 150 3 161 3,2 4,4
  Düsseldorf 37 914 6 490 5,8 7,8
  Gelsenkirchen 26 786 2 150 12,4 12,2
10. Schleswig-Holstein 96 059 14 143 6,8 6,7
  Elmshorn 13 795 2 929 4,7 5,1
  Kiel 19 178 2 349 8,2 8,0
  Heide 5 745 604 9,5 7,7
11. Bremen 36 322 5 028 7,2 11,3
  Bremen 30 240 4 278 7,1 9,3
  Bremerhaven 10 740 1 104 9,7 10,1
12. Sachsen 205 266 20 589 10,0 9,6
  Pirna 10 876 2 927 3,7 8,3
  Leipzig 46 023 3 816 12,1 11,6
  Bautzen 30 171 2 301 13,1 10,6
13. Mecklenburg-Vorpom. 94 611 8 157 11,6 11,1
  Schwerin 24 870 2 699 9,2 9,8
  Rostock 25 508 2 271 11,2 10,6
  Neubrandenburg 24 903 1 433 17,4 13,4
14. Sachsen-Anhalt 129 393 11 077 11,7 10,8
  Magdeburg 28 340 3 473 8,2 9,5
  Halle 21 055 2 102 10,0 10,6
  Sangerhausen 16 292 974 16,7 13,8
15. Brandenburg 132 762 10 068 13,2 9,9
  Potsdam 29 098 2 938 9,9 7,7
  Frankfurt/Oder 23 411 1 527 15,3 10,0
  Eberswalde 20 538 1 083 19,0 12,6
16. Berlin 220 507 16 000 13,8 12,7
  Berlin-Nord 64 538 5 364 12,0 11,8
  Berlin-Mitte 88 861 6 072 14,6 13,8
  Berlin-Süd 67 108 3 772 17,8 12,5
  Deutschland West 1 918 395 420 325 4,6 5,7
  Deutschland Ost 877 175 80 892 10,8 10,4
  Gesamt-Deutschland 2 795 570 501 217 5,6 6,6

In den letzten 12 Monaten war wegen der guten Wirtschaftsentwicklung sehr viel Bewegung auf dem Arbeitsmarkt. Die Zahl der Erwerbstätigen stieg um 521 000, die Zahl der Sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sogar um 672 025. Die Zahl der Arbeitslosen verringerte sich dagegen nur um 238 000. Die offenen Arbeitsstellen müssen langfristig auf der Höhe von 500 000 gehalten werden, damit auch schwer vermittelbare Langzeitarbeitslose von ihrer Arbeit leben können. Die Zahl der erwerbsfähigen Menschen mit Lohnersatzleistung nach dem SGB III (737 243 bezogen Arbeitslosengeld I; das waren 129 000 oder 15 Prozent weniger) oder Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes nach dem SGB II ist um 406 000 auf 5 176 000 gesunken. Die Zahl der Arbeit-Suchenden ist höher als die in den Medien bekannte Zahl der Arbeitslosen. Der Statistiker-Spruch “Ich glaube nur der Statistik, die ich selbst gefälscht habe.” ist allgemein bekannt. Damit für die Regierenden das Problem Arbeitslosigkeit geringer ist, werden die Zahlen geschönt. Wer noch nicht gearbeitet hat, als Student nur eine Aushilfsstelle sucht oder sich in einer Maßnahme befindet, oder als älterer Arbeitsloser keine Chance mehr auf dem Arbeitsmarkt hat, gilt nicht als arbeitslos. Sie können sehen: Wenn ich nur die Arbeitslosenquote betrachten würde, ergäbe das eine andere Rangordnung. *Mir kommt es aber darauf an, dass Sie durchschauen können, warum Arbeitslosigkeit und Armut so hoch sind.

Soziale Politiker fordern gern Vollbeschäftigung. Die Gegner der Vollbeschäftigung argumentieren: Die ist seit Jahrzehnten nicht möglich. Und: Es gibt fast 500 000 offene Stellen. Viele Arbeit-Suchende sind für diese Stellen nicht qualifiziert. Da wird der Schwarze Peter von den Schulen zu den Arbeitgebern hin und her geschoben. Fragen Sie sich bitte: “Haben wir nun weltweit das beste Berufsausbildungssystem oder nicht?” Sie können meiner Statistik entnehmen: Die Menschen in Berlin sind nicht dümmer und fauler als die Menschen in Baden-Württemberg. Es liegt an uns Bürgern, die Probleme zu lösen. Unser Hauptproblem ist: In den letzten 35 Jahren waren wir so dumm und haben doppelt so viel Geldsicherheit angespart, als Wirtschaft und Familien Kredite benötigten. Viele Menschen haben die Zahl der Staatsschulden von Bund, Ländern und Kommunen im Kopf: über 2 Billionen €. Eine unvorstellbar große Summe. In 5 €-Banknoten gestapelt sind unsere Staatsschulden 40 000 Kilometer hoch, umschnüren also einmal unsere Erde. Unsere reinen Geldersparnisse betragen über 3,3 Billionen €. Man kann mit dem Taschenrechner ausrechnen: Die Staatsschulden betragen ca. 60 Prozent unserer Geld-Ersparnisse.

Wir Menschen neigen dazu, unsere Schuld zu leugnen. Psychologen nennen das den automatischen Abwehrmechanismus. Die meisten Kriminellen leugnen vor Gericht ihre Schuld. Alle Kaufleute wissen: Soll und Haben müssen stimmen. Für die Weltwirtschaft gilt: Es gibt gleich viele Schulden wie es gespartes Geld gibt. Der Spruch von Henne und Ei gilt nicht. Zuerst ist das Geld da. Banken haben dann die Aufgabe, Schuldner zu finden. Bankdirektoren lieben den Staat als Schuldner, weil der jeden Monat pünktlich Zinsen zahlt. Haben die gedacht, als sie dem griechischen Staat Euros geliehen haben. Unsere Politiker werden ganz langsam vernünftig, weil wir Wähler nicht mehr so vergesslich sind. Wir merken inzwischen, wenn Politiker Geschenke aus Goldeseln versprechen, die sie nicht haben. 2008 mussten wir Steuerzahler 68 Milliarden € Staatsschuldzinsen zahlen. Ein riesige Summe, die sich Nichtvolkswirte schwer vorstellen können. Ich übersetzte sie deshalb so: 2007 betrug die Summe aller Kindergelder 33,7 Milliarden €. Sie können im Kopf ausrechnen: Die Staatsschuldzinsen waren doppelt so hoch als alle Kindergelder zusammen. Da darf sich niemand wundern, dass die Deutschen zu wenige Kinder haben und die nächsten Generationen Probleme mit der Rente bekommen. Und dass Arbeitslosigkeit und Armut so hoch sind. Denn die Staatsschuldzinsen sind eine Subvention an die Verursacher der Millionenarbeitslosigkeit, Geldsparer, Politik- und Banksystem.

Wir Menschen können mit unserem Geld nur zwei Dinge tun: Es ausgeben oder sparen. Wenn wir genug ausgeben, wird daraus ein positiver Kreislauf: Gewinne, Investitionen, mehr Löhne. Wenn wir zu viel sparen, wird daraus ein Teufelskreis: Zu viele Schulden, Konkurse, zu hohe Arbeitslosigkeit. Unser Problem ist: Wir Menschen lieben das Geld. Die Schulden sollen die Anderen haben. Und: Sparsamkeit ist eine Tugend. Wir haben kein schlechtes Gewissen, wenn wir zu viel in die Geldsicherheit sparen. In den ersten drei Jahren der Großen Koalition ist die Arbeitslosigkeit jeweils um 600 000 gesunken. Zu viele meinen: Wegen Hartz IV. Die Dummen dürfen das gern glauben. In Wirklichkeit war es die Konsolidierungspolitik der Großen Koalition. Weil der Staat die Schuldenbremse beschloss, hofften die Unternehmer: Jetzt müssen sich die Banker wieder mehr um uns kümmern.

Alle wissen: Geld regiert die Welt. Viele hatten die Hoffnung: Wenn das mit dem Sinken der Arbeitslosigkeit so weiter geht, gibt es in fünf Jahren wieder mehr offene Stellen als Arbeitslose. Dann kam die Weltfinanzkrise, weil zu viel gewettet wurde. Wenn der kleine Mann beim Lotto mit seinen Zahlen wettet, muss er direkt und indirekt 50 % Wettsteuer zahlen. Als Porsche um VW wetten durfte, betrug die Wettsteuer 0,00 %. Seit vielen Jahren wird eine geringfügige Transaktionssteuer gefordert. Sie könnte dafür sorgen, dass genug Geld in den Staatskassen ist. Nun soll sie im €-Bereich 2014 eingeführt werden. Volksverdummer sagen: Staatsschuldzinsen sind eine Belastung für zukünftige Generationen. Die Wahrheit ist: Die Zinsen müssen schon heute jeden Monat bezahlt werden. Wir sind ein reiches Volk: Wenn die Wohlhabenden jährlich 68 Milliarden € Erbschafts-, Vermögens- und Reichensteuer bezahlen würden, wären die Staatsschulden das geringste Problem in Deutschland. Wir könnten auch fordern: Alle müssen die Hälfte ihrer Ersparnisse dem Staat zinsfrei geben. Denn der Islam ist doch in Deutschland angekommen. Dieser Traum platz aber sofort, weil dann am nächsten Tag das gesamte Banksystem bankrott wäre.

Helmut Kohl hat großen Anteil am Problem. Die Vereinigung kam zu schnell, weil er die Wahl gewinnen wollte. Er hat von blühenden Landschaften geträumt, weil er dachte: Die Währungsunion bewirkt ein Wirtschaftswunder wie nach dem Krieg. Zu wenige Volkswirte wissen, wie das Wunder von Ludwig Erhard funktionierte. Es lag an der Sparquote von nur 3,2 Prozent im Jahr 1950. Weil unsere Eltern und Großeltern damals im Durchschnitt 96,8 Prozent ihres Einkommens für Nahrungsmittel, Miete und Kohlen ausgeben mussten, schwammen fast alle Unternehmen in Gewinnen. Die Wirtschaft investierte damals brutto 27 %. Nach Abzug der Abschreibungen (finanziert durch die Finanzämter) blieben 17 % Nettoinvestitionen übrig. Unsere Gymnasiasten müssen nicht lernen, wie die Wirtschaft bei einer Sparquote von 3 Prozent 17 Prozent netto investieren konnte. Ich lernte es erst im ersten VWL-Semester an der TU Hannover von meinem besten Professor Claus Köhler. Er schrieb uns 1968 die Sparzahlen aller Deutschen von 1950 bis 1967 an die Tafel. Sie stiegen im Trend linear. Am Ende der Vorlesung fragte er uns Studenten: “Wo führt das einmal hin?” Im Hinausgehen aus dem Hörsaal sagte er leise zu seinem Assistenten Lothar Hübl: “Ich verstehe nicht, dass meine Kollegen immer noch nicht gelernt haben, dass die privaten Haushalte nicht sparen müssen, damit die Unternehmen investieren können. Denn wenn die einen nicht sparen, sparen die anderen über die Gewinne. Das nennen wir Eigenfinanzierung.”

Als ich an der Uni Kiel weiter studierte, wurde Köhler in den Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (Rat der fünf Weisen) berufen. Er schrieb jedes Jahr ein Minderheitengutachten. Weil die Deutsche Bundesbank sein Geld-, Kredit- und Liquiditätswissen sehr schätze, berief sie ihn danach in den Bundesbankrat. Leider sah er es nicht als seine Aufgabe, seine Professoren-Kollegen zu belehren. Die meinen immer noch, sie hätten nach Artikel 5 Grundgesetz die wissenschaftliche Narrenfreiheit. Jeder meint, er könne lehren, was er wolle. Der nächste Satz lautet aber: “Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.” Der Artikel 12 GG lautet u.a.: “Alle Deutschen haben das Recht, ihren Arbeitsplatz frei zu wählen.” Freie Wahl bei politischen Wahlen bedeutet: Mehr als eine Partei auf dem Stimmzettel. Unser wichtigstes Wirtschafts-Grundrecht kann noch nicht einmal mit 99,9 % im Bundestag gestrichen werden. Es gilt bis in die politische Ewigkeit.

Aber: Wenn wir Bürger unsere Grundrechte nicht einfordern, bekommen wir die nicht. Gewerkschafter wissen: Wer nichts fordert, kriegt nichts. Juristen wissen: Wo es keinen Kläger gibt, kann es keinen Richter geben. Unter Kanzler Kohl wurde die Vermögenssteuer ausgesetzt, weil unsere obersten Richter meinten, sie sei ungerecht. Die Richter hätten doch wissen müssen: Geld-, Immobilien- und Aktienvermögen ist unterschiedlich gefährlich. Die Geld-Lobby hatte vorläufig gesiegt. Ich hoffe, dass meine Artikel im Internet von möglichst vielen Menschen gelesen wird. Das sie mit mir fordern: Mehr offene Stellen als Arbeit-Suchende. durch Bessere Gewinnchancen in der Wirtschaft als im Bankwesen. Eine Zeitreise ins Jahr 1973 ist möglich. Sie muss nur gewollt sein. Wofür bezahlen unsere Kultus- und Wissenschaftsminister über 2 000 beamtete und damit unkündbare Ökonomieprofessoren an 66 deutschen Universitäten und 99 Fachhochschulen mit Wirtschaftsausbildung? Unsere Forderung muss sein: Einigung auf eine gemeinsame Denkbasis. In den letzten 12 Monaten habe ich mir ausgedacht: Alle Professoren müssten eine Website haben, auf der ihr gesamtes Wissen steht, auch alle Prüfungsfragen und die richtigen Antworten darauf. Dann könnten Studenten preiswert von zu Hause aus studieren. Was für ein Wahnsinn. Die sind doch keine Analphabeten, werden aber trotzdem in Vorlesungen gelockt. Professoren sollten nur noch das halbe Gehalt von uns Steuerzahlern bekommen. Die andere Hälfte sollten sie sich mit Seminar- und Prüfungsgebühren ehrlich verdienen. Denn dann werden automatisch weniger Fachidioten ausgebildet.

Wir Deutschen vertrauen wie zu Kaiserszeiten immer noch unseren Oberen. Unser allseits geschätzter früherer Bundespräsident Horst Köhler (nicht verwandt mit Claus Köhler) war zur Zeit der Währungsunion Staatssekretär unter Finanzminister Theo Waigel und Bundeskanzler Helmut Kohl. Wir Westdeutschen hatten damals vier Billionen DM auf unseren Konten und die Bundesbank hatte für 130 Milliarden DM Banknoten im Umlauf. Unsere Brüder im Osten hatten nur 130 Milliarden DDR-Mark auf ihren Konten und die Staatsbank der DDR hatte nur für 14 Milliarden DDR-Mark Banknoten im Umlauf. Volkswirte müssen lernen, dass es durch eine stark rotierende Notenpresse zu einer Inflation kommt. Aus Unwissenheit hat unsere politische Führung Bar- und Spargeld verwechselt. Durch Zufall hatten die DDR-Bürger mit 130 Milliarden DDR-Mark so viele Ersparnisse auf ihren Konten wie wir Wessis Bargeld in Geld-Börsen und Tresoren. Warum wir Wessis damals in jeder Bank für 10 DM 100 DDR-Mark bekamen, hat unsere Führung nicht interessiert. Es lag an der idiotischen Mehrwertsteuer der DDR. Mieten und Nahrungsmittel wurden für alle verbilligt. Das dafür nötige Geld holte der Staat sich über beliebte technische Geräte wie Farbfernseher und Videorekorder. Bei Monatslöhnen von 600 DDR-Mark kostete ein Farbfernseher in der Produktion nur 500 DDR-Mark. Deshalb konnten wir ihn bei Quelle für 500 DM kaufen. In der DDR wurde er für 5 000 DDR-Mark verkauft; mit einer tausendprozentigen Mehrwertsteuer. Bevor die DDR 40 Jahre feierte, hatte sie 20 000 Videorekorder in Japan bestellt. Zum Preis von 5 000 DDR-Mark waren die nach 14 Tagen ausverkauft. Was machte der gelernte DDR-Bürger? Er tauschte seine 5 000 DDR-Mark zum Kurs 10:1 in 500 DM und kaufte sich damit im Intershop seinen gewünschten Videorekorder. Das hätte unsere Staatsführung doch wissen müssen.

Unsere Bundesbank hatte damals einen Jahresgewinn von 20 Milliarden DM. Damit hätte sie die Staatsbank der DDR 1:1 kaufen können. Die Währungsunion hätte ein Jahr später kommen müssen. Zuerst hätte in der DDR die westdeutsche Mehrwertsteuer eingeführt werden müssen. Wir hatten dadurch schon immer genug Geld in der Kasse, um Menschen, die nicht arbeiten können, genug Sozialgeld geben zu können. Oskar Lafontaine wusste von den Übergangsproblemen und hat gewarnt. Leider hat er falsch gewarnt. Durch die falsche Wiedervereinigung haben wir allein 1,5 Billionen € Staatsschulden. Die DDR-Rentner wurden sehr gut behandelt. Sie bekamen für ihre niedrigen Durchschnittslöhne die gleichen Rentenpunkte wie westdeutsche Rentner für ihren höheren Durchschnittslohn. Das wissen zu wenige: Die Rente richtet sich nach der Lebensleistung, die Beamten-Pensionen richten sich nach der letzten Beförderung. Das Kind ist längst im Brunnen. Wie bekommen wir es wieder heraus? Wir Menschen benötigen eine ähnliche Warnung vor dem zu vielen Geldsparen wie vor dem Rauchen. Unter jeder Anzeige müsste kleingedruckt stehen: “Wir sparen mit 11 % zu viel Geldsicherheit an. Als Folge müssen wir über sechs Millionen Hartz IV-Empfänger mit schleppen. Warum sind wir so dumm? Erst wenn wir vernünftig nur noch 8 % sparen, können alle, die arbeiten wollen, eine gute Chance auf Arbeit bekommen.”

Die Wirtschaft würde gerne auf 3 % der Werbefläche verzichten. Weil sie dann sehr viele Milliarden € mehr Gewinne hätte. Wenn wir klug sind, gönnen wir der Durchschnittsfirma mit 10 Leuten das Lohngeld in der Kasse für den 11. Wir haben 3,3 Millionen Durchschnittsfirmen. Das ergäbe 3,3 Millionen weniger Arbeitslose und dadurch 3,3 Millionen mehr Beitragszahler und 3,3 Millionen weniger Hartz IV-Fälle. Wenn wir klug sind, gönnen wir den Arbeitgebern höhere Gewinne. Die mit den sehr hohen Gewinnen würden dann entsprechend mehr Gewerbe- und Einkommensteuer zahlen. Die Staatskassen würden übersprudeln. Oder wollen wir dumm bleiben?

Zum Schluss noch ein Spaß. Ich frage Sie: “Was ist wichtiger, Sonne oder Mond?” Antworten sie bitte mit “Sonne”. Ich: “Total falsch, der Mond ist wichtiger, denn am Tag ist es doch sowieso hell. Denn Gott hat am ersten Tag das Licht geschaffen und erst am 4. Tag Sonne, Mond und Sterne als Lampen am Himmel, damit wir Menschen Tag und Nacht unterscheiden können.” Wer das in der Schule in Religion sagt, bekommt eine zwei. Wer das in Physik sagt, bekommt eine sechs und bleibt sitzen. Vergleichen Sie bitte die Sonne mit den Gewinnen und die Lohnnebenkosten mit dem Mond. Sie kennen doch auch den Kinderspruch: “Der lebt immer noch hinter dem Mond.” Leider lebt auch 2011 noch fast ganz Berlin hinter dem Mond. Deshalb steht Berlin auch auf Platz 16. Wir haben immer die Politiker, die wir verdient haben. Wer hat die denn gewählt?


Okt 3, 18:55

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da ich nicht immer vorm PC sitze. Vielen Dank
 
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