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Was ist Gerechtigkeit? (24/2010)

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Jeder Mensch hat ein Gerechtigkeitsbedürfnis. Wie kann es erfüllt werden?

Gerechtigkeit fängt bei kleinen Kindern an. Wird ein Kind bevorzugt? Dramatisch wird das bei Stiefkindern. Im Löwenreich werden die Kleinen des Vormännchens tot gebissen. Das steht bei uns Menschen unter lebenslänglich. Deshalb wird psychologisch zu oft weg gebissen.

Nach dem deutschen Grundgesetz (GG) gibt es viel Gleichheit, die aber nur auf dem Papier steht. Nun zitiere ich Ihnen den letzten Absatz des Geleitwortes im verschenkten GG des Präsidenten des Deutschen Bundestages Professor Dr. Norbert Lammert:

Was in der Verfassung steht, ist eine Sache. Eine andere Sache ist die Frage, ob und wie die in ihr formulierten Werte auch verwirklicht werden. Doch darauf kommt es an. Unser Staat ist angewiesen darauf, dass die Idee der Menschenwürde, die Grundwerte der Freiheit, Gleichheit und Toleranz gelebt werden. Demokratie braucht Bürger, die sich einmischen, die Verantwortung übernehmen, die Engagement zeigen. Das Grundgesetz gibt uns die Freiheit, uns für die humane Gesellschaft, wie wir sie wollen, einzusetzen. Nutzen wir diese Freiheit, jeden Tag aufs Neue.

Mein persönliches Hauptstreben als SPD-Mitglied und bekennender Christ ist: Soziale Gerechtigkeit verwirklichen, weil Deutschland ein sozialen Bundesstaat sein will. Die ökonomische Wirklichkeit ist jedoch: Die Reichen werden immer reicher und die Armen werden immer mehr. Durch mein Studium der Volkswirtschaftslehre (VWL) ist mit gut bekannt: “Geld regiert die Welt.“ Der Volksweisheit ist das bekannt. An den 66 deutschen Universitäten und 99 Fachhochschulen mit Wirtschaftsausbildung wird von den gut 2 000 beamteten Ökonomieprofessoren aber nicht gelehrt, wie das wirkt.

Wie kann die Volksweisheit gestärkt werden? Es muss etwas gegen die Unvernunft getan werden. In der politischen Diskussion im Herbst 2010 geht es um Hartz IV. Warum haben die Kinder von armen Menschen schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt als die Kinder von reichen Bürgern? Das war in den letzten Jahrtausenden eigentlich immer so. Den Kindern von Adligen, Baronen, Herzögen, Fürsten, Königen, Kaisern und Päpsten ging es sehr gut und den Kindern von Bettlern ging es sehr schlecht. Das schien gottgewollt zu sein. Und die christliche Kirche unterstützte das auch noch. Der Volksmund sagt dazu: Wess Brot ich ess, dess Lied ich sing.”

Weshalb funktioniert unsere Verfassung nicht? Alle Minister, Präsidenten und Kanzler müssen einen Eid auf die Verfassung leisten. Weil es aber keine Todesstrafe wegen Hochverrates gibt, bleiben Eid- und Verfassungsbruch ungesühnt. Obwohl seit vielen Jahren über 90 Prozent aller Straftaten mit Geldbußen gesühnt werden, weil Gefängnisstrafen für uns Steuerzahler zu teuer sind, gibt es noch keine üblichen Geldstrafen für politische und wirtschaftliche Kriminelle.

Die letzte Weltwirtschaftskrise wurde ausgelöst, weil US-Bankster (Kombination aus Banker und Gangster) wertlose Schuldpapiere (auf gut deutsch Scheiße) in Blattgold gewickelt und diese an zinsgierige Nicht-US-Banker verkauft haben. Hypotheken-Banken waren einmal angesehene Banken, weil Immobilien einen festen Wert hatten. Hypo Real Estate (HRE) klingt englisch und spanisch. Der deutsche Staat hat diese Ganoven-Bank gerettet, nachdem der Konkurs von Lehman Brother die Welt-Finanzkrise verstärkt hatte.

Was muss für mehr Gerechtigkeit getan bzw. gedacht werden? Zuerst einmal sollten wir Bürger aufgefordert werden: Dafür zu sorgen: Unsere Politiker müssen ihren Eid auf die Verfassung ernst nehmen. Gerechtigkeit kommt nicht einfach so. Alte Volksweisheit ist: “Wo kein Kläger, gibt es keinen Richter.“ Wenn wir einfachen Wähler unser Grundrecht auf unseren Sozialstaat nicht einklagen, bekommen wir den auch nicht.

In der Ökonomie bedeutet das Recht des Stärkeren sehr viel. Der Volksmund sagt: “Wer auf dem längeren Hebel sitzt, hat die Macht.“ Bis zu meinem letzten VWL-Studienjahr 1973 gab es im damaligen kalten Westdeutschland im Februar mehr offene Stellen (569 958) als Arbeitslose (347 053) siehe folgende PDF-Datei. Die Arbeitslosenquote betrug deshalb nur nur 1,6 %. Ich hatte deshalb nach drei Tagen gute Arbeit.

Gewerkschaften und SPD fordern seit vielen Jahren gut bezahlte Arbeit. Wenn sie aber nicht in der Lage sind, mehr offene Stellen als Arbeitslose zu fordern, sind sie dümmer als dumm. Denn die 2 000 beamteten Ökonomieprofessoren an den 66 deutschen Universitäten und 99 Fachhochschulen mit Wirtschaftsausbildung fangen erst mit dem richtigen Denken an, wenn sie diese Aufgabe gestellt bekommen: Wie müssen wir anders denken, damit unsere Politiker ihren Eid auf den Artikel 12 GG einhalten können.

Wie soll es denn ökonomische Gerechtigkeit geben können, wenn die Armen keine Chance haben, ihren Lebensunterhalt durch Arbeit zu verdienen? Wenn die angeblich Gebildeten das ökonomische kriminelle Geld-System nicht durchschauen?! Wenn wir den angeblich “Dummen” keine Arbeit geben, haben wir selber Schuld, wenn wir sie “durchfüttern” müssen.

Wir Gebildeten könnten doch denken: Ein Zins von sechs Prozent bedeutet pi mal Daumen doppelt soviel Geld oder Schulden in zwölf Jahren. Das stimmt zwar nur ungefähr, ist aber richtig. Ein Zins von drei Prozent bedeutet Verdopplung in 24 Jahren. Ein Hauptproblem der Ökonomie ist: Mathematik-Lehrer sind verliebt in ihre Formeln. Ob ihre Schüler die Zinses-Zins-Rechnung durchschauen, ist ihnen zu oft egal.

Zurück zur Gerechtigkeit. Gerechtigkeit kann nur hergestellt werden, wenn sie auch gewollt ist. Mörder wollen morden, Betrüger wollen betrügen und Hehler wollen das ebenso. Damit müssen wir uns abfinden. Wir ehrlichen Menschen können uns aber darauf einstellen und davor schützen. Wir können planen, eine Gesellschaft der Gerechten aufzubauen. Unter christlichem oder muslimischem Etikett. Den meisten Menschen ist das egal, unter welchem Motto sie ehrlich leben dürfen.

Uns Christen darf das nicht egal sein. Jahrhundertelang haben wir Muslime als Ungläubige denunziert. Nun müssen wir ertragen: Islamisten belästigen uns als Ungläubige. Unser säkularisierter Staat geht normal um mit Atheisten. Das liegt aber daran: Wir gläubigen Christen haben uns selbst unglaubwürdig gemacht. Wie können wir unseren Kinderglauben in die Zukunft retten?

Zurück zu uns Kindern. Was ist Gerechtigkeit? Wenn es friedlich zugeht unter Kindern, herrscht Gerechtigkeit. Das gilt auch für uns Erwachsene. Wenn kriminelle Juden der Meinung sind, ihr Gott habe ihnen Land geschenkt und deshalb könnten sie Palästinensern ihr Land rauben, ist das keine Friedfertigkeit, auch wenn sie tausendmal shalom beten oder sagen. Wie gehen wir Deutschen damit um? Wir haben durch Hitlers Idiotie Schuld auf uns geladen.

Beten kann helfen. Helfen wollen kann noch mehr helfen. Wir Christen können unseren Jesus anbieten, seinen heiligen Namen heiligen, den Helfenden Gott. Christen, Muslime, Juden, Hindus und Atheisten könnten sich auf den Helfenden Gott einigen. Ob wir die Chance des Helfens ergreifen, ist unsere Sache. Alle Menschheiten des Universums haben nur einen Gott. Muslime sollten wir Christen fragen: “Ihr glaubt an den einen Gott, der groß ist. Erlaubt Ihr ihm, seine Meinung zu ändern?” Wer ist größer, Du oder Gott ??? ??? ???

Menschen neigen dazu, egozentrisch zu werden. Sie sehen dann nur noch sich selbst und ihren Lieblingsgott, der ihnen sechs Richtige im Lotto verspricht. Diesen Gott gibt es natürlich im ganzen Universum nicht, obwohl zu viele Prediger ihn predigen. Die wollen auch nicht den Ast absägen, auf dem sie sitzen. Das ist verständlich. Also glauben wir an den realen Gott. Der sorgt irgendwie dafür, dass wir mit unserer Seele ein neues Leben bekommen. Wie er das macht, sollte uns egal sein. Jedenfalls ist er für Gerechtigkeit. Das sollte für uns genug Hoffnung bedeuten. Wir sollten deshalb ruhig schlafen können.


Sep 28, 13:27

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