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Warum besitzen die unteren 50 % nur 1 % der Vermögen? Weil die oberen 50 % 99 % besitzen. (213/2016)

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Glücklicherweise gab es wieder einen Armuts- und Reichtums-Bericht der Bundesregierung. Schon beim vorherigen habe ich bemängelt, dass es keine öffentliche Diskussion in den Medien gibt, warum Deutschland in Sachen Geld und Vermögen immer ungerechter wird.

Ich möchte Ihnen in 10 Punkten aufzeigen, warum Deutschland seit 1974 so ungerecht geworden ist.

1. Seit 1974 tobt in Deutschland ein Geld-Krieg der oberen 50 % gegen die unteren 50 %, von dem ich noch niemals in den alten Medien gelesen oder gehört habe. Klar, die oberen 50 % können so viel Geld sparen, wie sie wollen und besaßen 2015 deshalb 99 % der Vermögen. Die oberen 50 % wohnen im Eigenheim oder in der eigenen Wohnung. Da sie gut verdienen, haben sie auch viel Geld auf ihren Sparbüchern oder Konten bei Versicherungen. Siehe dazu diesen Artikel auf meiner Website: http://ahlers-celle.de/Religionsreform/03-oktober-2012-politik-kirche-und-wissenschaft-beendet-endlich-den-geld-krieg-der-oberen-50-gegen-die-unteren-50-76-2012

2. Die Durchschnittsfirma mit 10 Leuten hat nicht das Lohngeld für den 11. in der Kasse. Bei ca. 3,3 Millionen Arbeitgebern sind so schon einmal 3,3 Millionen Arbeitnehmer arbeitslos oder arm. In meinem letzten VWL-Studienjahr 1973 gab es im kalten Februar 569 958 offene Stellen für nur 347 053 Arbeitslose. Weil es in der damaligen BRD im Durchschnitt 1,6 offene Arbeitsstellen für 1 Arbeitslosen gab, betrug die Arbeitslosenquote nur 1,6 % (Daten aus dem BA-Monatsbericht vom Februar 1997). Arme Arbeiter gab es damals nicht, weil die Bosse sich um ihre Arbeiter bemühen mussten. 1950 betrug die Sparquote nur 3,2 %. Weil die Geldausgabequote nach dem Krieg von Adolf dem Schrecklichen 96,8 % betrug, schwammen fast Arbeitgeber damals in Gewinnen. Deshalb kam es zum Wirtschaftswunder von Ludwig Erhard. Das wird aber an keinem Gymnasium und keiner Hochschule gelehrt; siehe: http://ahlers-celle.de/Oekonomie/ursache-des-wirtschaftswunders-von-1950-war-die-niedrige-sparquote-151-2014

3. In den 50iger- und 60iger Jahren konnten immer mehr Familien für das Auto sparen; wie meine Eltern. Das trieb die Sparquote nach oben und damit die Unternehmensgewinne nach unten. In meiner ersten VWL-Vorlesung im SS 1968 an der TU Hannover schrieb uns Prof. Dr. Claus Köhler, mein bester Professor, die Spardaten der privaten Haushalte von 1950 bis 1967 mit Kreide an die Tafel. Sie stiegen im Trend linear. Am Ende der Vorlesung fragte er uns: “Wo führt das einmal hin?” Im Hinausgehen aus dem Hörsaal sagte er leise zu seinem Assistenten Lothar Hübl: “Ich verstehe nicht, dass meine Kollegen immer noch nicht gelernt haben, dass die privaten Haushalte nicht sparen müssen, damit die Unternehmen investieren können. Denn wenn die einen nicht sparen, sparen die anderen über die Gewinne. Das nennen wir Eigenfinanzierung.” Da musste ich an einen Spruch meines Vaters denken: “Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.”

4. Das wichtigste Freiheitsrecht des deutschen Volkes steht im Artikel 12 unseres Grundgesetzes (GG). Da steht u.a. drin: “Alle Deutschen haben das Recht, ihren Arbeitsplatz frei zu wählen. Das ist theoretisch aber nur möglich, wenn es mehr offene Stellen als Arbeitslose gibt. Haben Sie diese Forderung schon einmal von einem Politiker, Wissenschaftler oder Gewewrkschafter gehört? Ich konnte vor Jahrzehnten an der TU Hannover leider nur zwei Semester VWL studieren. Ich entschied, das Studium an der Universität Kiel fortzuführen, weil es in Kiel das Institut für Weltwirtschaft gibt. Dort lernte ich die Kollegen von Prof. Köhler kennen. Den Artikel 12 GG hatten sie nicht im Kopf. Aber den Artikel 5 GG. Dort geht es auch um die Freiheit der Lehre. Den legten sie als Narrenfreiheit aus und bildeten sich ein, Fachidioten ausbilden zu dürfen. Den nächsten Satz hatten sie nicht im Kopf: “Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.” Die Professoren-Dummheit ist ein Hauptgrund dafür, dass es in Deutschland so viele arme Menschen gibt.

5. Professoren neigen dazu, möglichst kompliziert zu lehren, denn sie wollen ihren Studenten ja viele Semester etwas zu sagen. In den Prüfungen haben sie dann die Möglichkeit, ihre Ja-Sager von den Nein-Sagern zu unterscheiden. Wir deutschen Steuerzahler finanzieren an 66 Universitäten und 99 Fachhochschulen mit Wirtschaftsausbildung über 2 000 beamtete Ökonomie-Professoren. Weil die nicht arbeitslos werden können, interessieren sie sich nicht für die Probleme der armen Deutschen. Aufgabe der Länder-Kultus-Minister müsste sein, ihre Ökonomie-Professoren so lange in einem Konklave festzuhalten, bis sie sich auf ihr Basis-Wissen für Schüler und Studenten geeinigt haben. Anschließend müssten ihre gewählten Vorsitzenden in ein Bundes-Konklave gezwungen werden, damit sie sich auf ein Bundespapier einigen müssen; siehe: http://ahlers-celle.de/Oekonomie/30-basisfehler-im-system-demokratie-deutschland-und-euro-69-2012.

6. Vor vielen Jahrzehnten beschloss der Bundestag, den Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zu gründen. Fünf Professoren werden gut dafür bezahlt, ein dickes Buch für Kanzler oder Kanzlerin zu schreiben. An der Uni Kiel bekam ist mit: Mein Professor Köhler wurde vom DGB in den Rat berufen. Er schrieb fünf Minderheiten-Gutachten. Danach wurde er von der Deutschen Bundesbank als Geld-Spezialist in das Direktorium berufen. Er hatte uns an der TU Hannover klar gemacht: Nach Soll und Haben gibt es immer gleich viele Schulden, wie es Geld gibt. Ende 2015 hatten die deutschen Privathaushalte ca. 3,7 Billionen € Geld. Seien Sie bitte einmal 30 Sekunden Mutti Merkel und entscheiden Sie, wer in Deutschland 3,7 Billionen € Schulden haben soll. Wir Menschen denken so: Ich möchte gern viel Geld haben, Schulden sollen die anderen haben, siehe: http://ahlers-celle.de/Oekonomie/was-ist-geld-5-2010.

7. Als der € gegründet wurde, machten unsere obersten Politiker sehr schwere Fehler. Welche? Siehe: http://ahlers-celle.de/Oekonomie/was-waren-die-groessten-fehler-bei-der-deutschen-waehrungsunion-59-2012. Die Staatsschulden wurden an 60 % des BIP (Brutto-Inlands-Produkt) gebunden. Aber wieviel % der Politiker wissen, was BIP ist? So landeten unter Kanzler Schröder die deutschen Staatsschulden bei 80 %, die französischen bei 90 %, die italienischen bei 120 % und die griechischen bei 170 %. Warum? Korrupte Politiker denken so: “Ich will die nächste Wahl mit Geschenken auf Kredit gewinnen. Denn ich weiß genau: Ich werde nicht ewig in der Regierung bleiben. Wenn ich wieder in die Opposition muss, vererbe ich meine Staatsschulden an die übernächste Regierung.” Deshalb ist die richtige Schuldengrenze “60 % der Geldersparnisse der privaten Haushalte”. Denn die Völker wissen: Beim Geld hört die Freundschaft auf. Bei der deutschen Wiedervereinigung gab es auch schwere Fehler, siehe: http://ahlers-celle.de/Oekonomie/was-waren-die-groessten-fehler-bei-der-deutschen-waehrungsunion-59-2012. Kanzler Kohl, sein Finanzmister Waigel und dessen Staatssekretär Köhler verwechselten Bargeld und Spargeld. Kinder kennen den Unterschied, wenn sie zur Schule gehen müssen. Taschengeld ist Bargeld und das Geld auf dem Sparbuch ist Spargeld. Was muss geschehen, damit wir als Volk klüger werden. Jeder von uns Steuerzahlern finanzierte Professor müsste gezwungen werden, eine Website zu haben, auf der sein gesamtes Fach-Wissen steht; einschließlich aller Prüfungsfragen und der richtigen Antworten darauf. Dann könnten die unteren 50 % bequem von zu Hause aus gratis studieren. Sie müssten nur, wenn sie alles im Kopf bzw. auf der Seele haben, zu einer Fern-Uni in einer ehemaligen Kaserne fahren. Dort ist alles für die Länder gratis vorhanden: Wohnungen für Assistenten, Wohnungen für Prüflinge, Prüfungsräume, Speisesäle und Küchen. Diese Unis könnten von Prüfungs- und Übernachtungs-Gebühren ohne staatliche Gelder leben, weil Assistenten sehr viel billiger sind als Professoren; siehe: http://ahlers-celle.de/Oekonomie/die-celler-kaserne-hohe-wende-sollte-eine-fern-uni-werden-138-2013. In Zukunft können Menschen dann gleichzeitig in Berlin, Hamburg, München, Köln, usw. studieren. Sie könnten sich ihre besten Professoren aussuchen. Vorteil für uns als Volk: Professoren müssen dann verständlicher lehren.

8. Noch ein Hauptgrund, weshalb Vermögen in Deutschland so ungerecht verteilt sind: Unter Kanzler Kohl wurde die Vermögenssteuer ausgesetzt, weil das Bundesverfassungsgericht meinte, die unterschiedliche Besteuerung von Geld-, Immobilien- und Aktien-Vermögen sei ungerecht. Fast alle wissen: Geld regiert die Welt. Aber wie? Siehe: http://ahlers-celle.de/Oekonomie/geld-regiert-die-welt-aber-wie-33-2011. Sie wissen bestimmt: Alle Wollen Ihr Bestes, Ihr Geld. Folge: Die Reichen werden immer reicher und die Armen werden immer mehr. Unsere obersten Richter sollten wissen: Geld-Vermögen ist wegen der gleich hohen Schulden sehr gefährlich und muss deshalb höher besteuert werden. Hinter dem Aktien-Vermögen stecken Arbeitsplatze. Das sollte deshalb geringer besteuert werden. Hinter dem Immobilien-Vermögen stecken Wohnungen für weniger Reiche. Das sollte deshalb auch geringer besteuert werden.

9. Was ist ungerecht an der Erbschaftssteuer? Wer ein Haus kauft, muss Grunderwerbssteuer bezahlen und danach Grundsteuer an seine Gemeinde. Wer ein normales Haus von seinen Eltern erbt, muss keine Erbschaftssteuer bezahlen. In Zukunft sollten Kinder für das geerbte Haus ihrer Eltern mindestens so viel Erbschaftssteuer bezahlen, wie sie Grunderwerbssteuer hätten zahlen müssen. Wie kann Deutschland noch gerechter werden? Mietern sollte es leichter gemacht werden, ihre Wohnung zu kaufen. Der Niedrig-Zins der EZB kann uns dabei helfen. Die Banken machen dabei aber nur mit, wenn wir oberen 50 % die Zinsen bezahlen, wenn die unteren 50 % arbeitslos werden.

10. Was ist noch ein großer deutscher Fehler? Es gibt keine Rentenpflicht für Selbständige, wie Rechtsanwälte, Ärzte, Kaufleute, Handwerksmeister usw. Wenn sie eine staatliche Rente in Höhe der Sozialhilfe ansparen müssten, müssten sie nicht so viel Geld bei Banken, Sparkassen und Versicherungen sparen. Dann könnte die Sparquote von neun auf sechs Prozent sinken. Für die Selbständigen würde sich das sehr lohnen, weil dadurch ihre Einnahmen und Gewinne steigen würden. Denken Sie da bitte noch einmal an das Wirtschaftswunder von 1950; siehe oben. An Schulen und Universitäten wird immer noch gelehrt, das habe an der Preisfreigabe von Ludwig Erhard und an den Marshall-Plan-Geldern gelegen. Das stimmt; aber nur zu 10 %. Die 90 %-Ursache war die sehr niedrige Sparquote. Vielleicht haben Sie nun Lust darauf, die Zusammenfassung meines Buches von 1988 zu lesen; siehe: http://ahlers-celle.de/Oekonomie/zehn-fundamente-fuer-den-wirtschaftlichen-und-sozialen-fortschritt-4-2010.

MfG, Ihr Hans-Jürgen Ahlers aus Celle bei Hannover

PS: Meine Website www.ahlers-celle.de war 2010 die erste freie Internet-Uni mit fünf Fakultäten. Auf Ihr ist Klauen erwünscht; je mehr, desto besser. Nur Doktoranden muss ich empfehlen, mich korrekt zu zitieren. Im Guttenberg-Skandal dachte ich mir im Blog des Chefredakteurs der WirtschaftsWoche die Kombination “Wörterdieb Guttenberg” aus. Drei Tage später hatten die Suchmaschinen das entdeckt.

PS 2: Habe etwas vergessen: Bisher haben wir den armen Völkern nicht das Geheimnis unseres Wohlstandes verraten. Es sind ja nicht nur unsere Maschinen und Roboter. Es ist insbesondere unsere soziale Marktwirtschaft. Alles was der Sozialstaat uns über Steuern und Sozialbeiträge wegnimmt, können wir nicht sparen. Und was wir nicht sparen können, können die Bankster nicht zu Schulden machen. Trotzdem ist unsere Sparquote mit gut 9 % noch zu hoch. Sie wissen nun, wie wir die auf 6 % drücken können.


Feb 9, 19:45

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